Warum Katzen Routine lieben und wie meine drei Katzen auf Veränderungen reagieren
Seit Anfang 2019 leben meine drei Katzen Balou, Garfield und Mia bei mir. Alle drei sind Wohnungskatzen und inzwischen feste Familienmitglieder geworden. Obwohl jede Katze ihren eigenen Charakter hat, gibt es eine Sache, die ich bei allen drei immer wieder beobachte: Sie scheinen ihre gewohnten Routinen zu lieben.
Im Laufe der Jahre habe ich beobachtet, wie wichtig feste Abläufe für das Wohlbefinden meiner Katzen sind. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass selbst kleine Veränderungen manchmal größere Auswirkungen haben können, als man zunächst vermutet.

Unsere täglichen Routinen
Meine Katzen haben einige feste Gewohnheiten, die sich über die Jahre entwickelt haben.
Dazu gehören vor allem die regelmäßigen Fütterungszeiten, ihre festen Schlafplätze und gemeinsame Ruhezeiten. Besonders beliebt sind mein Bett, die Couch, mehrere Sessel neben mir, die Kratztonne und ein Platz auf einem Schrank, von dem aus sie alles beobachten können.
Auch das abendliche Inhalieren gehört inzwischen zu unserer Routine. Dafür halte ich Balou den AeroKat an die Schnauze, sodass er das darin verabreichte Medikament inhalieren kann. Meistens macht er brav mit. Wenn er eine kurze Pause braucht, unterbreche ich kurz und wir machen danach weiter.
Diese kleinen Rituale geben nicht nur meinen Katzen Sicherheit, sondern auch mir selbst.

Wie meine Katzen meinen Alltag begleiten
Eine Sache fasziniert mich immer wieder: Meine Katzen orientieren sich oft an meinem Tagesablauf.
Wenn ich morgens aufwache, werde ich häufig von Garfield begrüßt. Meistens leckt er mich sogar liebevoll ab. Kurz darauf sammeln sich die anderen Katzen ebenfalls in meiner Nähe, oder sie liegen bereits neben mir.
Wenn ich aufstehe, stehen oft auch sie auf. Manchmal sind sie allerdings schon vor mir wach, gehen kurz etwas trinken oder fressen und legen sich danach wieder zu mir.
Wenn ich mich auf die Couch setze, dauert es meistens nicht lange, bis mindestens eine Katze in meiner Nähe liegt.
Natürlich schlafen sie auch gerne in ihren Korb, auf dem Kratzbaum oder auf der Kratztonne. Trotzdem habe ich oft das Gefühl, dass wir uns gegenseitig in unseren Routinen begleiten.

Warum Veränderungen manchmal schwierig sind
Im Alltag habe ich festgestellt, dass meine Katzen Veränderungen durchaus wahrnehmen.
Besonders auffällig war das bei Besuch, der bei uns übernachtete, oder bei Hundebesuch. Laute oder hektische Menschen sorgen häufig für Unruhe. Bei Hundebesuch waren meine Katzen teilweise so verunsichert, dass sie sich versteckten.
Selbst nachdem der Besuch längst vorbei war, reagierten sie teilweise noch eine Weile empfindlicher auf ungewohnte Geräusche. Wenn jemand anläutete, waren sie deutlich vorsichtiger als zuvor.
Auch Tierarztbesuche oder schon der Anblick der Transportbox sorgen nicht gerade für Begeisterung.
Woran ich erkenne, dass meine Katzen entspannt sind
Mit der Zeit habe ich gelernt, ihre Körpersprache besser zu verstehen.
Wenn meine Katzen entspannt sind, liegen sie ruhig bei mir, haben oft die Augen geschlossen und atmen ruhig und gleichmäßig. An ihrer gesamten Körpersprache merke ich meist, dass sie sich sicher und wohl fühlen.
Für mich sind diese ruhigen Momente oft die schönsten des Tages.

Woran ich Stress erkenne
Genauso habe ich gelernt, auf Warnsignale zu achten.
Bei meinen Katzen achte ich unter anderem darauf, ob sie häufiger hin und her laufen, ihre Umgebung besonders intensiv kontrollieren oder auffällig viel an Gegenständen schnuppern. Solche Veränderungen in ihrem Verhalten nehme ich als mögliche Anzeichen dafür wahr, dass sie gerade angespannt oder verunsichert sind.
Bei Balou habe ich beispielsweise erlebt, dass eine stressige Situation mit Markierverhalten einhergehen kann. Diese Erfahrung habe ich bereits in einem eigenen Artikel beschrieben.
Solche Veränderungen nehme ich heute deutlich ernster wahr als früher.

Was die Wissenschaft über Katzen und Routine sagt
Fachinformationen zum Katzenverhalten zeigen, dass Katzen von einer vertrauten und vorhersehbaren Umgebung profitieren können. Feste Abläufe und eine möglichst verlässliche Umgebung können dazu beitragen, Stress zu reduzieren und das Wohlbefinden zu unterstützen.
Veränderungen in der Umgebung oder ungewohnte Reize wie neue Gerüche, Geräusche, Menschen oder andere Tiere können dagegen für manche Katzen belastend sein. Wie stark eine Katze darauf reagiert, ist jedoch individuell. Manche Katzen bleiben neugierig und erkunden die Veränderung, während andere sich zurückziehen oder mit verändertem Verhalten reagieren.
Auch Rückzugsorte, erhöhte Liegeplätze und verschiedene Möglichkeiten, die Umgebung zu beobachten, gehören zu einer katzengerechten Umgebung. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt unter anderem mehrere Rückzugs- und Liegeplätze sowie erhöhte Ebenen und Aussichtspunkte.
Viele dieser Beobachtungen erkenne ich auch im Alltag mit meinen drei Katzen wieder.

Was ich von meinen Katzen gelernt habe
Durch meine Katzen habe ich selbst gelernt, wie wertvoll Ruhe und feste Rituale sein können.
Wenn ich gemeinsam mit ihnen auf der Couch sitze, sie schnurren höre oder einfach nur beobachte, wie entspannt sie schlafen, werde auch ich ruhiger.
Vielleicht mögen wir deshalb alle unsere Routinen so gerne.
Für meine Katzen können sie Sicherheit und Orientierung bedeuten. Für mich bedeuten sie Entspannung und ein Gefühl von Zuhause.

Fazit
Balou, Garfield und Mia haben mir gezeigt, dass Routinen weit mehr sind als bloße Gewohnheiten. Sie können Orientierung, Sicherheit und Ruhe geben.
Natürlich lassen sich Veränderungen im Alltag nicht immer vermeiden. Doch wenn ich meine Katzen beobachte, merke ich immer wieder, wie wichtig vertraute Abläufe für ihr Wohlbefinden sein können.
Deshalb versuche ich heute, ihnen möglichst viele feste Rituale und Rückzugsmöglichkeiten zu bieten – und genieße dabei oft selbst die Ruhe, die dadurch entsteht.
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Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel beschreibt meine persönlichen Erfahrungen als Katzenhalterin. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Auffälligkeiten oder Verhaltensänderungen sollte immer ein Tierarzt konsultiert werden.
Quellen
International Cat Care – A Guide to Creating a Cat Friendly Clinic: Part https://icatcare.org/resources/cat-friendly-clinic/cat_friendly_clinic_guide_part_2.pdf
Deutscher Tierschutzbund – Katzenhaltung: Die wichtigsten Tipps
https://www.tierschutzbund.de/tiere-themen/haustiere/katzen/katzenhaltung/
Deutscher Tierschutzbund – Eine Katze aus zweiter Hand
Feline Veterinary Medical Association (AAFP/ISFM) – Environmental Needs Guidelines
https://catvets.com/resource/aafp-isfm-environmental-needs-guidelines/
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